Unser Tipp für Sie
Die Insel Schwanenwerder im Wannsee bei Berlin ist keine Touristenattraktion, da es sich für den Wasser und Naherholung suchenden Ausflügler kaum lohnt, sie zu betreten. Das Ufer ist dicht bebaut. Dennoch haben sich seit Ende des 19. Jahrhunderts in den Häusern dieser Luxuswohnsiedlung für gesellschaftlich arrivierte Berliner und Zugezogene jeder Couleur zahllose spannende Geschichten, tragische Schicksale und existentielle Dramen abgespielt. So ist Frank Schüttigs kluges, kurzes Buch, erschienen im wunderbaren BeBra Verlag, berühmt für sorgsam edierte Berolinensia, auch ein Berliner Gesellschaftspanorama des 20. Jahrhunderts, ein mal bewegender, mal unterhaltender, immer informativer Streifzug in die Vergangenheit.
Beschreibung
Schwanenwerder gilt seit jeher als Berlins exklusivste Wohnlage. Frank Schüttig erzählt die wechselvolle Geschichte dieser Insel, in der sich die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts spiegeln. 1882 kaufte ein Lampenfabrikant das ursprünglich kaum bewachsene Eiland an der Havel und legte den Grundstein für eine mondäne Villenkolonie, in der sich Industrielle, Bankiers und Warenhausbesitzer niederließen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden jüdische Eigentümer vertrieben und ihre Villen gingen teils an NSFunktionäre wie Joseph Goebbels und Albert Speer über. Nach 1945 wurden viele verwaiste Anwesen von den USAlliierten und dem Berliner Senat genutzt, bevor sich seit den 1960erJahren wieder prominente Persönlichkeiten auf der Insel ansiedelten.
Über Frank Schüttig
Frank Schüttig, Jahrgang 1954, ist Journalist und Autor. Nach seinem Studium an der FU Berlin war er viele Jahre als Hörfunkautor tätig. Heute arbeitet er vor allem als Reisejournalist und gibt das Online-Magazin BUSINESS & DIPLOMACY heraus, das sich mit Außenpolitik und Wirtschaft beschäftigt. Er lebt im Südwesten Berlins.
Schlagzeile
'Schwanenwerder - ein kleines exklusives Refugium, in dem sich herrschaftliche Sommerhäuser mit großzügig angelegten Gärten wie Perlen auf einer Kette entlang des Ufers aneinanderreihten.' Arthur R.G. Solmssen (1928-2018)