Die Gesänge der Tagtigall
EAN: 978-3-7518-2160-5
Anfang des 20. Jahrhunderts erfand Christian Morgenstern in einem Kindergedicht diverse fantastische Wesen und Gewächse, darunter 'die Turtelunke', 'den Gürtelstier' und 'die Tagtigall' - ein Ulk und eine Liebeserklärung an die Möglichkeiten der Sprache zur Welterweiterung. Seit Jahren nun schon siedelt die 'Tagtigall' als Lyrik-Kolumne in den Gefilden des Onlinemagazins Perlentaucher, von wo aus sie nahe und ferne Sprachlandschaften - auch poetische Verfahren und Versuchsanordnungen, Sonette, Minnesang, konkrete Poesie - befliegt, besingt und beäugt. Die hier erstmalig versammelten Essays sind Erkundungsflüge und Erkundungsgesänge durchs Dickicht dichterischer Denk- und Sprachbewegungen - aufgeschreckt von einer konkreten Frage, einer konkreten Verwunderung, einer Erschütterung oder einem Entzücken. Die dichten Versuche - über Szilárd Borbély, Nico Bleutge und Bertolt Brecht, über Elke Erb, Kim Hyesoon und Friederike Mayröcker, Oskar Pastior, Jan Wagner, Uljana Wolf u. v. a. - durchstreifen das unwegbare Gelände der Wirklichkeit und erweisen sich als leuchtende Denkbilder. Die Gesänge der Tagtigall sind ein leidenschaftliches Plädoyer für die schöpferische Kraft der Sprache und des Denkens.