Beschreibung
Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Soziale Arbeit / Sozialarbeit, Note: 1, Hochschule Zittau/Görlitz; Standort Zittau, Sprache: Deutsch, Abstract: Wer schon einmal in einem Altenpflegeheim zu Besuch war und sich etwas Zeit zum Beobachten genommen hat, der kennt vielleicht Situationen wie diese: Eine alte Frau soll gefüttert werden, sie verweigert dies; die Pflegerin drängt unter Hinweis auf die fehlende Zeit zum Essen, die Frau spuckt sie daraufhin an und schiebt den Löffel energisch von sich weg, woraufhin die Pflegerin mit den barschen Worten Dann eben nicht! aufsteht und geht.
Eine Begebenheit bei der man als Außenstehender vielleicht ein etwas ungutes Gefühl hat, aber damit wohl eher nicht das Wort Gewalt in Verbindung bringt. Doch genau um solche und ähnliche Situationen im Pflegealltag soll es in der vorliegenden Diplomarbeit gehen. Das Augenmerk liegt weniger auf der direkten körperlichen Gewalt, die zwar leider hin und wieder auftritt, jedoch meiner Meinung nach eher selten ist. Auch geht es nicht um die juristischen Aspekte dieser Problematik. Gegenstand der Betrachtung ist die mehr oder weniger versteckte alltägliche Gewalt in der stationären Altenpflege, die vielleicht sogar von den Beteiligten gar nicht als solche erkannt wird. Ziel ist dabei nicht die Findung eines Schuldigen. Vielmehr soll die Komplexität der Entstehung von Gewalt aufgezeigt werden, denn oft ist es schwierig, im Beziehungsgeflecht von Bewohnern, Pflegekräften, Leitenden zu erkennen, wer nun Opfer oder Täter ist und wo die Gewalt ihre eigentliche Wurzel hat. In diesem Zusammenhang werden auch die strukturellen Rahmenbedingungen näher beleuchtet, denen eine große Bedeutung bei der Gewaltentstehung zukommt.
Die Problematik der Gewalt in der stationären Altenpflege ist sehr komplex, wird jedoch oft verschwiegen und tabuisiert. Die vorliegende Diplomarbeit soll dazu beitragen, den Leser für das Erkennen von Gewalt in der stationären Altenpflege und deren komplexe Entstehungsmechanismen zu sensibilisieren und Anstoß für eine aktive Auseinandersetzung mit dieser Thematik geben.
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