Greg Howard - Ein Flüstern im Wind

Der erste Satz des Buches „Es gab einmal einen Jungen, der das Flüstern hörte“, stimmt ein auf eine Geschichte, die von dem verzweifelten Versuch des Jungen Riley erzählt, sein aus den Fugen geratenes Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Rileys Mutter ist verschwunden, vor vier Monaten war sie auf einmal fort und Riley kann überhaupt nicht begreifen, warum sie weggegangen ist oder ist sie entführt worden?

Er erinnert sich an die Geschichte von den Flüsterstimmen im Wind, eine Geschichte, die ihm seine Mutter oft erzählt hat. Wenn es ihm gelänge, diesen Stimmen näher zu kommen und ihnen die notwendige Opfergabe zu bringen, dann würden ihm die Flüsterstimmen im Gegenzug verraten, wo er seine Mutter finden kann.

Riley ist elf Jahre alt und mit elf Jahren können Flüsterstimmen durchaus real sein.

Und so macht er sich mit seinem Freund Gary, dessen Bruder Carl und seinem Hund Tucker auf, das Wochenende draußen zu verbringen, da, wo die Flüsterstimmen zu sein scheinen.

Es ist schon eine große Sache, eine Nacht draußen im Wald zu sein, umgeben von allerlei Geräuschen und Schatten, umgeben von einer großen Dunkelheit, die alles bedrohlich erscheinen lässt.

Die Jungen sind erleichtert, als plötzlich Dylan im Wald zu ihnen stößt. Dylan ist schon vierzehn und Riley bekommt Herzklopfen, wenn Dylan in der Nähe ist. Die Jungen bleiben zusammen und warten – worauf? Nur Riley weiß, dass sie auf die Flüsterstimmen warten.

Und dann taucht plötzlich im Schatten der Bäume eine dunkle Gestalt auf. Dylan meint, es sei sicher sein Onkel Mordecai, der in den Wäldern versteckt wohnen soll. Riley aber glaubt, dass es ein Hobgoblin ist, ein unheimliches Fabelwesen aus den Wäldern.

Schließlich macht sich Riley allein auf den Weg, um seine Mission zu erfüllen: die Flüsterer finden, seine Opfergabe abgeben und seine Mutter wiederzufinden.

Elf Jahre, das ist ein Alter, in dem so vieles neu auf einen einstürzt, die Unsicherheiten und Fragen zunehmen und das Loslösen von der Kindheit doch so schwer und schmerzhaft sein kann.

Die Erwachsenen sollten dieses Buch auch lesen und sich einfangen lassen, von den Flüsterstimmen, die Riley locken und ihm Versprechungen machen. Eintauchen in die Empfindungen eines Elfjährigen, der sich ständig schuldig und sündig fühlen soll, weil er Jungen lieber mag als Mädchen und dessen diffuse Moralvorstellungen von der Glaubensgemeinschaft seiner Eltern geprägt sind.

Einmal angefangen zu lesen und man kann die Nacht vergessen!

 

Gelesen von Marlies Marquardt

Howard, Greg
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783423640725
14,95 € (inkl. MwSt.)